Annettes Tipps zu Fasten mit Genuss

Seminarbäuerin Annette Glatzl verrät, welche Fastengerichte in Niederösterreich angesagt sind und gibt hilfreiche Tipps für traditionelle Gerichte und Express-Küche.

Seminarbäuerin Annette Glatzl

Heuer fällt der Beginn der Fastenzeit auf den 26. Februar. Der Aschermittwoch ist der erste Tag des 40-tägigen Fastens im Christentum.  

Die Tradition rund um die Fastenzeit ist seit Jahrhunderten aufrecht und ihr Einfluss ist bis heute zu spüren – oder besser gesagt, zu schmecken! In Niederösterreichs Küche findet man zahlreiche Gerichte, die zum Fasten-Auftakt gekocht werden. 

„Nach dem Faschingstreiben darf es auch Mal wieder ruhiger werden“, äußert Annette Glatzl auf die Frage, was sie mit dem Aschermittwoch verbindet. 
Beim zweiten Ansatz ergänzt sie: „Zum Aschermittwoch gehört für mich von klein auf das Aschenkreuz dazu, genau so wie die Fastenkost: Brennsterz mit Bohnensalat, Panadensuppe, eingebrannte Erdäpfel, Stoßsuppe und Krautfleckerl sind wahre Fastenzeit-Klassiker.“

Die Seminarbäuerin, die sich auf Generationenküche spezialisiert hat, verrät uns, was auf den Tellern ihrer Familie landet und gibt Rezeptempfehlungen.

Niederösterreichs Fastenkost

„Am 26. Februar koche ich Brennsterz als Fastenspeise für meine Familie. Der Bohnensalat darf dabei natürlich nicht fehlen“, erklärt die traditionsbewusste Bäuerin und ergänzt grinsend, „den nennen wir noch heute liebevoll ‚Oma-Salat‘“.

Fleischlose Kost ist für die Fastentage in Niederösterreich typisch. Am Aschermittwoch verspeisen die Landsleute gerne Fischgerichte. Die Hauptspeise darf da ausnahmsweise auch kalt ausfallen, wie etwa beim niederösterreichischen Alpenroller.

Und wenn Fisch und Bohnen nicht das Wahre für einen sind? „Dann bietet sich Kraut noch als schmackhafte Alternative an“, antwortet Annette. „Krautfleckerl sind schnell gemacht und schmecken schon mit wenigen Gewürzen.“ 

Hier geht’s zum klassischen Krautfleckerl-Rezept.

Fastenzeit ist Suppenzeit

„Der Griff zum Suppentopf ist in der Fastenzeit nie verkehrt“, lässt uns die Seminarbäuerin wissen. Die Suppenküche strotzt vor typischen Fastenrezepten, wie etwa mit Stoßsuppe, Brotsuppe und Panadensuppe

Die Basis für eine kräftige Gemüsesuppe ist laut Kochkurs-Geberin Annette schnell gemacht: „Wurzelabschnitte, Schalen, Zwiebel sowie Knoblauch gemeinsam mit Salz, Pfefferkörner, Kümmel, Fenchelsamen, Muskat und Lorbeerblätter in einem Topf mit Wasser kalt aufstellen, aufkochen und 10 Minuten ziehen lassen.“ 

Wenn es einmal wirklich schnell gehen muss, dann befolgt man am besten den Tipp von Annettes Großmutter: Suppe einrexen. „Mehr Gemüsesuppe kochen als benötigt, das Gemüse nach dem Aufkochen zur Gänze aus der Suppe nehmen und Fond heiß einrexen.“ Wichtig dabei ist der Verzicht auf Kohlgemüse, da das den Geschmack bei der Lagerung verfälschen kann. Das Gemüse aus der Suppe kann in herrliche Aufstriche verarbeitet werden. 

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Annette Glatzl

Annette Glatzl ist eine selbstbewusste Botschafterin für bäuerliches Wissen und heimische Produkte. Als „Seminarbäuerin“ gibt sie in Kursen ihr Wissen rund um Generationen-Küche, Restlkochen und Landwirtschaft weiter. 

Annette ist selbst aktive Landwirtin. In der Buckligen Welt (Pitten) führt sie gemeinsam mit ihrem Mann einen landwirtschaftlichen Betrieb. Die Weitergabe von bäuerlichem Wissen und traditionsbewussten Werten sowie Wissenswertes über tägliche Arbeiten am Hof ist ihr ein großes Anliegen.

Kontaktdaten: Annette Glatzl, +43 664 790 65 78 oder glatzl.a@aon.at


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