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Lebensmittel retten: Teller statt Tonne!

Lebensmittel retten statt wegwerfen: Tipps gegen Lebensmittelverschwendung und Einblicke in „Tatort Tonne“ für mehr Genuss in Niederösterreich.

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135kg pro Person, pro Jahr - so viele Lebensmittel laden in Österreich durchschnittlich im Müll.

Am 29. September macht der Internationale Tag gegen Lebensmittelverschwendung darauf aufmerksam, wie viele wertvolle Lebensmittel entlang der gesamten Wertschöpfungskette verloren gehen. Dabei können schon kleine Veränderungen im Alltag viel bewirken – für die Umwelt, das Klima und die eigene Geldbörse.

1,2 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle in Österreich

Wussten Sie, dass in Österreich jährlich rund 1,2 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle anfallen? Das entspricht etwa 135 Kilogramm pro Person und Jahr. Einen besonders großen Anteil verursachen private Haushalte: Rund 685.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle werden jährlich dem Haushaltsbereich zugerechnet.

Doch auch am Beginn der Wertschöpfungskette ist das Potenzial zum Lebensmittelretten groß. In der Landwirtschaft gehen schätzungsweise 167.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittel verloren, in der Lebensmittelproduktion sind es rund 121.800 Tonnen. Gemeinsam kommen diese beiden Bereiche auf rund 288.800 Tonnen.

Spitzenreiter Brot

Brot und Gebäck führen die Liste der weggeworfenen Lebensmittel an, dicht gefolgt von Obst und Gemüse. Aber auch Milchprodukte, Eier sowie Fleisch- und Wurstwaren landen viel zu oft in der Tonne, anstatt auf dem Teller.

Tatort Tonne“: Lebensmittelverschwendung auf der Spur

Mit der Kampagne „Tatort Tonne“ machen die NÖ Umweltverbände sichtbar, wie viele genießbare Lebensmittel in niederösterreichischen Haushalten unnötig im Restmüll landen. Miniatur-Ermittler nehmen dabei Brot und Gebäck, schrumpelige Gurken oder übrig gebliebenen Reis unter die Lupe und zeigen: Viele dieser vermeintlichen Abfälle hätten noch problemlos verwertet werden können.

Grundlage der Kampagne sind die Ergebnisse der NÖ Restmüllanalyse 2025. Demnach landen in Niederösterreich jährlich rund 21 Kilogramm noch genießbare Lebensmittel pro Person im Restmüll. Hochgerechnet sind das mehr als 35.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle.

Auch die Geldbörse ist betroffen: Ein durchschnittlicher niederösterreichischer Haushalt wirft jedes Jahr Lebensmittel im Wert von rund 500 Euro in die Restmülltonne. Lebensmittel, die über die Biotonne oder den eigenen Kompost entsorgt werden, sind darin noch nicht berücksichtigt. Die tatsächliche Menge liegt daher höher.

„Tatort Tonne“ zeigt mit einem Augenzwinkern, dass Lebensmittelverschwendung kein unvermeidbares Alltagsproblem ist. Mit einem geplanten Einkauf, der richtigen Lagerung und einer kreativen Restlküche können viele Lebensmittel vor der Tonne gerettet werden.

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Das Projekt Tatort Tonne von den NÖ Umweltverbänden beschäftigt sich mit eingängig mit Lebensmittelverschwendung.

Wertvolle Lebensmittel, wertvolle Ressourcen

Ob hart gewordenes Brot, eine zu lange gelagerte Gurke oder übrig gebliebene Beilagen wie Reis und Nudeln: Hinter jedem Lebensmittel stecken wertvolle Ressourcen. Für die Herstellung werden Wasser, Energie, Boden und Arbeitskraft benötigt. Hinzu kommen Verarbeitung, Transport, Lagerung und Verpackung.

Wird ein Lebensmittel entsorgt, anstatt gegessen zu werden, gehen auch all diese Ressourcen verloren. Lebensmittelrettung ist daher ein wichtiger Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Der Fall ist klar: Lebensmittel retten!

Lebensmittelverschwendung beginnt häufig im Alltag – und genau dort lässt sie sich auch vermeiden:

Einkauf gut planen

Ein Blick in Kühlschrank und Vorratskasten zeigt, was noch vorhanden ist und bald verbraucht werden sollte. Eine Einkaufsliste hilft dabei, bedarfsgerecht einzukaufen und unnötige Spontankäufe zu vermeiden.

Auch der Tipp, nicht hungrig einkaufen zu gehen, schützt vor Lebensmitteln, die später ungenutzt bleiben.

Lebensmittel richtig lagern

Die passende Lagerung verlängert die Haltbarkeit. Gemüse bleibt im Gemüsefach länger frisch, Milchprodukte sind in der Mitte des Kühlschranks gut aufgehoben und gekochte Speisen sollten in verschlossenen Behältern aufbewahrt werden.

Brot bleibt in einer Brotbox oder einem Baumwollbeutel länger genießbar.

Restln kreativ verwerten

Aus trockenem Brot, übrig gebliebenem Reis, Nudeln oder einzelnen Gemüsestücken lassen sich köstliche neue Gerichte zaubern.

Suppen, Aufläufe, Knödel, Laibchen oder süße Klassiker wie Scheiterhaufen schenken wertvollen Lebensmitteln eine zweite Chance.

Kreative Restlrezepte:

Mindesthaltbarkeitsdatum richtig verstehen

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum. Es gibt an, bis wann ein ungeöffnetes Produkt bei richtiger Lagerung seine typischen Eigenschaften garantiert behält. Viele Lebensmittel sind auch danach noch einwandfrei genießbar.

Deshalb gilt: schauen, riechen und vorsichtig schmecken, bevor ein Lebensmittel entsorgt wird. Anders verhält es sich beim Verbrauchsdatum „zu verbrauchen bis“, das vor allem leicht verderbliche Lebensmittel wie rohes Fleisch oder Fisch tragen. Nach Ablauf dieses Datums sollte das Produkt nicht mehr gegessen werden. Weitere Informationen bietet die AGES.

Vermeiden kommt vor Trennen

Lässt sich das Wegwerfen nicht vermeiden, ist die richtige Entsorgung wichtig. Biogene Abfälle und Speisereste gehören in die Biotonne oder, sofern dafür geeignet,auf den eigenen Komposthaufen. Im Restmüll gehen ihre wertvollen Inhaltsstoffe für den natürlichen Kreislauf verloren.

Der „Fall Lebensmittelverschwendung“ lässt sich nur gemeinsam lösen. Mit jedem bewusst eingekauften Produkt, jedem verwerteten Restl und jedem richtig entsorgten biogenen Abfall leisten wir einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz – Teller für Teller!