Von Osterschinken, Lämmer und Eiern
Ob klassischer Osterschinken, Schinken im Brotteig oder ein festliches Lammgericht, zu Ostern stehen traditioneller Genuss, Gemeinschaft und regionale Spezialitäten im Mittelpunkt.
© canva
Wenn zu Ostern der Duft von frisch gekochtem oder geräuchertem Schinken durch die Küche zieht, dann ist der Frühling und Ostern endgültig angekommen.
Der Osterschinken gehört in Österreich für viele Familien genauso zum Osterfest wie bunt gefärbte Eier oder der Palmbuschen. Seit Jahrhunderten ist er ein fester Bestandteil der österlichen Kulinarik und eng mit dem Ende der Fastenzeit verbunden.
Gerade in Niederösterreich hat die österliche Kulinarik eine lange Tradition und lädt dazu ein, die Feiertage mit hochwertigen Produkten und liebevoll zubereiteten Speisen zu feiern.
Fastenbrechen mit besonderer Bedeutung
Die Ursprünge des Osterschinkens liegen in der christlichen Fastenzeit. 40 Tage lang wurde früher bewusst verzichtet, vor allem auf Fleisch und andere tierische Lebensmittel.
Auch heute noch hat die Fastenzeit für viele Menschen Bedeutung. Zwar wird sie oft anders gelebt als früher, etwa durch den bewussten Verzicht auf Süßigkeiten, Alkohol, Fleisch oder digitale Medien, doch der Gedanke des Innehaltens und bewussten Konsums spielt nach wie vor eine wichtige Rolle.
Umso größer war früher die Freude, wenn mit dem Osterfest das Fastenbrechen gefeiert wurde. Der erste Bissen Fleisch nach dieser Zeit war etwas ganz Besonderes. Der Osterschinken wurde daher zu einer festlichen Speise erhoben und gilt bis heute als Symbol für das Ende der Entbehrungen und den Beginn einer Zeit des Feierns und Genießens.
© Stefanie Gaupmann
Die Speisensegnung – ein lebendiger Osterbrauch
Eine wichtige Rolle spielt dabei bis heute die traditionelle Speisenweihe. Bereits seit dem frühen Mittelalter ist es in vielen Regionen Österreichs Brauch, am Karsamstag oder im Zuge der Auferstehungsmesse in der Osternacht Speisen segnen zu lassen.
Dafür werden verschiedene Spezialitäten in einen sogenannten Weihkorb gelegt, allen voran der Osterschinken. Dazu kommen meist auch hartgekochte Eier, Salz, Brot, süßes Ostergebäck, Butter und manchmal auch Wein.
Nach der Segnung werden die Speisen gemeinsam mit Familie und Freunden genossen. Für viele ist dieser Moment ein besonders stimmungsvoller Teil des Osterfestes.
Star der Osterjause
Ob kalt oder warm serviert: Der Osterschinken spielt traditionell die Hauptrolle bei der Osterjause oder beim Osterbrunch.
Zu den klassischen Begleitern zählen:
-
frisch geriebener Kren
-
scharfer oder süßer Senf
-
bunt gefärbte Ostereier
-
Bauernbrot oder resches Gebäck
Auch eingelegte Gurkerl, anderes Gemüse oder heimischer Käse ergänzen die festliche Jause. In manchen Regionen wird der Schinken sogar mit süßem Gebäck kombiniert, etwa mit einer Osterpinze oder einem Osterreindling. Diese Mischung aus süß und herzhaft gehört für viele ebenso zur Tradition.
Viele Zubereitungsarten, ein Genuss
Beim Osterschinken gibt es keine einheitliche Zubereitung. Gepökelt, geräuchert, gekocht, gebrüht oder luftgetrocknet – erlaubt ist, was schmeckt.
Eine besonders beliebte Variante ist der Schinken im Brotteig: Dabei wird der Schinken zunächst gekocht, anschließend mit Brotteig umhüllt und im Ofen gebacken. So entsteht eine herzhafte Spezialität, die gerne im Ganzen auf den Tisch kommt.
Neben klassischen Schinken vom Schwein finden sich heute auch Varianten vom Rind, Hirsch oder anderen Wildarten. Gewürze wie Knoblauch, Pfeffer oder Kräuter sorgen dabei für zusätzliche geschmackliche Vielfalt.
© Jacob Görgen
Ein weiterer Klassiker: Lamm
Neben dem Osterschinken hat auch Lamm zu den Osterfeiertagen eine lange Tradition. Dabei ist nicht nur das süße Osterlamm aus Germteig ein fixer Bestandteil vieler Osterbrunches auch hochwertiges Lammfleisch wird gerne serviert.
Ob zart gebraten, geschmort oder als feine Spezialität vom Grill: Lammfleisch überzeugt durch seinen charakteristischen Geschmack und seine Vielseitigkeit. Besonders wichtig ist dabei eine gute Fleischqualität, denn hochwertiges Lammfleisch ist zart, saftig und entfaltet ein besonders feines Aroma.
Regionale Partnerbetriebe mit hochwertigem Lammfleisch:
- Lämmerhof Groiß in Langschlag
- Hackl's Schofstoi in Krumbach
- Biohof Scheikl am Reith in St. Ägyd am Neuwald
- Schafzucht Strobl in Unterpertholz
Unsere Hauptspeisenempfehlung ist die Wirtshauskost Geschmorte Lammkeule. Zaubern Sie das Gericht mit Hilfe unserer Kochanleitung selbst in Ihrer Küche, oder lassen Sie sich im lokalen Wirtshaus verwöhnen.
Weiterführende Links
- Erfahren Sie mehr über Hühnereier, große und kleine Eier
- Ostereier natürlich färben - so geht's!
- Hier finden Sie mehr regionstypische Osterrezepte.
- Zarte Lammgerichte im Überblick