FAQs: Gemüsepyramide bauen & pflegen
Jede Menge Tipps und Tricks für den Anbau von Gemüse in Ihrer Pyramide finden Sie hier geordnet nach den wichtigsten Punkten.
Allgemeines
- Was ist eine Gemüsepyramide?
- Was sind die Vorteile der Gemüsepyramide?
- Wie kann ich mich für ein kostenloses Startpaket anmelden?
- Woher bekomme ich die Bauanleitung?
Praktisches zum Pyramidenanbau
- Wie viel Arbeitsaufwand bedeutet der Bau Gemüsepyramide?
- Welches Material brauche ich zum Bau der Gemüsepyramide?
- Wo ist der ideale Platz für die Gemüsepyramide?
- Welche Erde ist für den Anbau geeignet?
- Kann man verschiedenes Gemüse gemeinsam in eine Pyramide setzen?
- Was mache ich mit der Erde nach der Ernte?
- Wie pflege ich die Pyramide?
- Ich möchte meine Pyramide fertig kaufen. Wer bietet Bausets an?
Alles rund um Schnittlauch, Karotten, Salat und Kürbisse
Verarbeitung von Gemüse
Allgemeines
1. Was ist eine Gemüsepyramide?
Unter der Gemüsepyramide versteht man ein Hochbeet, das in Pyramidenform zusammengestellt wurde und ausreichend Platz für den Gemüseanbau bietet.
Für den Selbstbau benötigt Sie 3 bis 4 Holzrahmen unterschiedlicher Größe, Erde zum Befüllen der fertigen Pyramide und das „So schmeckt Niederösterreich“-Startpaket. Eine genaue Anleitung gibt es in der Gemüsepyramiden-Broschüre (pdf, 1.053 kb).
2. Was sind die Vorteile der Gemüsepyramide?
Die Gemüsepyramide bietet ein lebendiges Naturerlebnis. Der gesamte Lebenszyklus verschiedener Gemüsesorten kann direkt beobachtet werden – vom Säen bis zur Ernte. Dadurch entsteht ein bewussterer Bezug zu den eigenen Lebensmitteln.
Frisch geerntete Karotten, Salat und andere Gemüsesorten überzeugen durch Geschmack und Qualität. Gleichzeitig ermöglicht die Gemüsepyramide eine eigenständige, gesunde Selbstversorgung und hilft, Kosten beim Lebensmitteleinkauf zu sparen.
Dank der pyramidenförmigen Konstruktion wird die Gartenarbeit deutlich erleichtert: Säen, Pflanzen und Ernten sind möglich, ohne sich vollständig bücken zu müssen. Zudem wird Platz effizient genutzt, da durch die gestapelte Bauweise auch auf kleiner Fläche große Erträge erzielt werden können – etwa beim Anbau von Erdäpfeln.
Die Holzkonstruktion speichert Feuchtigkeit besser, wodurch seltener gegossen werden muss. Gleichzeitig erwärmt sich die Erde schneller, sodass früher angebaut und geerntet werden kann.
Für Gruppen oder Schulklassen stellt die Gemüsepyramide eine besonders wertvolle Erfahrung dar. Gemeinsame Aktivitäten wie der Bau der Holzpyramide, das kreative Gestalten der Bretter oder das Dokumentieren des Pflanzenwachstums fördern den Zusammenhalt. Die Pflege der Pflanzen vermittelt Verantwortungsbewusstsein.
Nach der Ernte können die gewonnenen Lebensmittel bei einem gemeinsamen Erntefest weiterverarbeitet werden – sei es in der Küche oder beim Grillen im Freien. Nicht zuletzt sind Gemüsepyramiden ein echter Blickfang im Garten und lassen sich harmonisch in die Gartengestaltung integrieren.
3. Wie kann ich mich für ein kostenloses Startpaket anmelden?
Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie im Aktionszeitraum von 2. bis 22. Februar von „So schmeckt Niederösterreich“ kostenlos ein Startpaket mit folgendem Inhalt:
- jeweils eine Packung Saatgut Karotten, Kopfsalat, Schnittlauch und Zitronenmelisse
- 1 Broschüre mit Bauanleitung, Rezepten und Infos rund um die Gemüsepyramide
- 1 Saisonkalender und weitere Überraschungen
Nicht im Startpaket enthalten sind Holzbretter, Nägel zur Fertigung der Holzrahmen sowie Erde zum Befüllen der Pyramide.
Außerhalb des Aktionszeitraums kann das benötigte Gemüsesaatgut eigenständig besorgt werden.
4. Woher bekomme ich die Bauanleitung?
Die Broschüre wird Ihnen nach erfolgter Anmeldung mit dem Startpaket zugeschickt. Eine genaue Anleitung gibt es in der Gemüsenpyramiden-Broschüre (pdf, 1.053 kb). Ansonsten liegt sie auch bei "So schmeckt Niederösterreich"-Veranstaltungen und Veranstaltungen der NÖ Dorf- und Stadterneuerung auf.
Praktisches zum Pyramidenanbau
1. Wie viel Arbeitsaufwand bedeutet eine Gemüsepyramide?
Für die Gemüsepyramide werden drei bis vier unterschiedlich große Holzquader gefertigt, übereinandergesetzt und mit Erde befüllt. Wurde die Pyramide bereits im Vorjahr errichtet, empfiehlt es sich, den Boden vor der neuen Aussaat gründlich aufzulockern und die Erde mit frischem Kompost anzureichern.
Die Aussaat der Gemüsesorten erfolgt idealerweise Ende März bis Mitte April. Tipps zum Karottenanbau, zur Aussaat von Schnittlauch, zur Kultivierung von Kopfsalat sowie zum Samenausbringen von Zitronenmelisse finden Sie hier.
Gießen und Pflege richten sich nach der jeweiligen Witterung. Bei starkem Regen oder intensivem Gießen kann sich auf der Erdoberfläche eine Kruste bilden. In diesem Fall sollte die Erde vorsichtig von Hand aufgelockert werden, damit die Keimlinge ungehindert durch die Erde wachsen können.
2. Welches Material brauche ich zum Bau der Gemüsepyramide?
Sie brauchen Holzbretter und Nägel zum Fertigen der Holzrahmen. Zum Befüllen benötigen Sie Erde. Eine genaue Anleitung gibt es in der Gemüsenpyramiden-Broschüre (pdf, 1.053 kb). Wir empfehlen eine Bretterstärke von 2 cm.
3. Wo ist der ideale Platz für die Gemüsepyramide?
Die Gemüsepyramide sollte direkt auf der Grünfläche aufgestellt werden; die Grasnarbe darunter wird dabei nicht entfernt. Achten Sie auf eine Ausrichtung nach Süden, da die meisten Pflanzen sonnige Standorte bevorzugen.
Berücksichtigen Sie bei der Platzierung auch die Nutzung im Folgejahr, insbesondere wenn Erdäpfel angebaut werden sollen. Als Nachtschattengewächse sind sie bei zu geringer Distanz zu Paradeiserpflanzen anfällig für Braunfäule. Halten Sie daher einen Abstand von rund 100 Metern zum Paradeiserbeet ein.
4. Welche Erde ist für den Anbau geeignet?
Die Erde kann bei regionalen Gärtnereien oder im Fachhandel erworben werden. Achten Sie dabei bitte auf die Verwendung von torffreier Erde.
Herkömmliche Kompost- oder Blumenerde versorgt das Gemüse im ersten Jahr ausreichend mit allen notwendigen Nährstoffen. Selbstverständlich kann auch eigener Kompost verwendet werden.
5. Kann man verschiedenes Gemüse gemeinsam in eine Pyramide setzen?
Ja, kann man! Häufig ist es sogar von Vorteil, ganz nach dem Motto der guten alten "Nachbarschaftshilfe".
- Schnittlauch, Karotten und Salat
Radieschen, Karotten, Salat sowie Bohnen und Erbsen vertragen sich herrlich in einem Beet. Gerne kann man auch Kapuzinerkresse, Kohl, Mangold, Petersilie, Schnittlauch und Spinat mitanbauen.
- Kürbisse
Kürbisse, Bohnen und Fisolen bereichern sich gegenseitig. Ein gemeinsamer Anbau wird empfohlen.
- Erdäpfel
Spinat, Kohlgemüse (Wirsing, Grünkohl, Sprossenkohl, Kohlrabi, Karfiol, Brokkoli) und Buschbohnen eignen sich hervorragend für Erdäpfel. Ebenso auch Kräuter wie Kapuzinerkresse und Minze. Kümmel und Koriander wirken sich angeblich positiv auf das Aroma der Erdäpfel aus.
6. Was mache ich mit der Erde nach der Ernte?
Wenn Sie in diesem Jahr mit frischer Erde Gemüse anbauen, kann dieselbe Erde im nächsten Jahr problemlos für Erdäpfel verwendet werden. Belassen Sie die Erde dazu einfach in der Pyramide.
Wurde im Vorjahr bereits Erdäpfel angebaut und geerntet, können Sie in diesem Jahr die Gemüsesorten aus dem Startpaket als relativ schwachzehrende Pflanzen in derselben Erde kultivieren. Um jedoch auch im Folgejahr wieder ertragreich Erdäpfel anbauen zu können, empfiehlt es sich, die Erde vor der nächsten Pflanzung auszutauschen.
Tipp: Zwischengelagerte Erde sollte vor Erosion und Nährstoffauswaschung geschützt werden.
7. Wie pflege ich die Pyramide?
Für eine ertragreiche Ernte im Pyramidenbeet empfiehlt es sich, Erde vom Vorjahr mit frischem Kompost zu vermengen. Vor der Aussaat sollten Unkraut entfernt und die Bodenoberfläche locker gemacht werden.
Nach der Aussaat kann sich bei starkem Regen oder intensiven Gießvorgängen eine Erdkruste bilden. In diesem Fall sollte die Erde vorsichtig von Hand aufgelockert werden, damit die Keimlinge ungehindert wachsen können.
Eine laufende Pflege ist entscheidend für gesundes Gemüse. Entfernen Sie regelmäßig Unkraut und schützen Sie die Pflanzen vor Schädlingen wie Raupen. Ein bewährter Trick ist die Kapuzinerkresse, die Raupen und Blattläuse von den Nutzpflanzen weglockt.
In den wärmeren Monaten ist regelmäßiges Gießen notwendig. An heißen Tagen empfiehlt sich das Gießen morgens und abends, da schon kurzzeitige Trockenphasen die Ernte beeinträchtigen können. Starkes Düngen ist nicht erforderlich.
Sobald die Keimlinge sichtbar werden, sollte das Wasser nicht direkt auf die Pflanzen gegeben werden, sondern auf die Erde neben den Wurzeln, sodass es effizient aufgenommen wird. Ausreichend Licht unterstützt ein schnelles und gesundes Wachstum.
8. Ich möchte meine Erdäpfel- bzw. Gemüsepyramide fertig kaufen. Wer bietet Bausets an?
Fragen Sie bei Tischlereien und sozialen Betrieben in Ihrer Nähe nach. Wenn sich mehrere Personen zusammentun und Pyramidenbausets beim selben Tischler bestellen, wird es garantiert günstiger.
- Seiringer Umweltservice GmbH in Wieselburg bietet verschiedene fertige Modelle von Erdäpfel- und Gemüsepyramiden aus Lärchenholz an. Infos unter office@seiringer.at und unter www.seiringer.at, +43 7416 542 02.
- Familie Gruber aus Oberschöfring 40, 4502 St. Marien, bietet Hochbeete und Holzpyramiden an: Auskunft und Kontakt unter office@gruberholz.com, +43 7227 81 85, www.gruberholz.com, www.hochbeet-hans.at.
Alles rund um Karotte, Salat, Schnittlauch und Zitronenmelisse
1. Woher bekomme ich das Saatgut?
Wer sich rechtzeitig angemeldet hat, erhält bis Ende April jeweils eine Saatgut-Packung für Karotten, Salat, Zitronenmelisse sowie Schnittlauch.
Außerhalb der Aktionsfrist kann Gemüsesaatgut für den Hausgarten bei Saatguthändlern wie der Arche Noah, Samen Maier oder in vielen Lagerhaus-Filialen erworben werden.
Hinweis: Für die nächste Saison können Sie sich wieder ab 2. Februar 2026 für die Gemüsepyramide anmelden. Die Anmeldefrist läuft bis zum 22. Februar 2026.
Bei Frost in der Nacht empfiehlt es sich, die einzelnen Dreiecke der Pyramide mit Vlies, einer alten Decke oder Folie abzudecken. Dabei dient die Folie weniger als Frostschutz, sondern vor allem dazu, die Erde zusätzlich zu erwärmen.
Der effektivste und einfachste Frostschutz ist das sofortige Anhäufeln der jungen Triebe mit Erde, sodass nur kleine grüne Spitzen sichtbar bleiben. Etwaige Frostschäden an den herausragenden Blattspitzen regenerieren sich in der Regel sehr schnell.
Wissenswertes zu den einzelnen Gemüsesorten erhalten Sie unte den nachfolgenden Links:
- Karotten anbauen, ernten und lagern
- Salat anbauen, ernten und lagern
- Schnittlauch anbauen, ernten und genießen
Verarbeitung von Gemüse
1. Was kann ich mit Karotten und Co. kochen?
Gemüse ist vielseitig in der heimischen Küche einsetzbar. Viele Rezepte finden Sie in unserer Rezeptesammlung.
Nachstehend finden Sie spezifische Rezepte zu den einzelnen Gemüsesorten, die sich auch im Startpaket finden:
2. Wo finde ich weitere Informationen, Broschüren, Rezepte, Ideen für den Unterricht etc. rund um die Gemüsepyramide?
Ideen für den Unterricht entdecken Sie auf der Webseite www.umweltbildung.enu.at. Unter dem Menüpunkt Methoden sind viele Tipps wie man Lebensmittel spielerisch in den Unterricht integrieren kann. Unter anderem bietet die Webseite der Umweltbildung das Wachstumsformular an, um den Lebenszyklus des Gemüses zu dokumentieren. Einfach downloaden: Wachstumsprotokoll (pdf, 120 kb).
Wir empfehlen außerdem die Website der AMA Marketing. Unter AMA Webshop können Sie sich aus dem Webshop Plakate, Broschüren, Rezepthefte und vieles mehr kostenlos downloaden oder bestellen.
Unsere Kollegen von "Wir leben nachhaltig" informieren über Garten-Lösungen für die Stadt und die richtige Gemüselagerung im Kühlschrank.
Natur im Garten bietet unter www.naturimgarten.at auch allerhand Wissenswertes und viele Gartentipps rund um die Gemüsesorten. Am besten im Suchfeld „Gemüse“ eingeben und in den Beiträgen stöbern. Die Expertinnen und Experten von Natur im Garten erreichen Sie auch über das Gartentelefon unter +43 2742 743 33.
3. Meine Frage wurde hier nicht beantwortet, wohin kann ich mich wenden?
Bei organisatorischen Fragen bzgl. Startpaket wenden Sie sich bitte an „So schmeckt Niederösterreich“ (eine Initiative der NÖ Dorf- und Stadterneuerung) per E-Mail gemuesepyramide@dorf-stadterneuerung.at.
Bei Fragen rund um das richtige Gärtnern steht Ihnen unser Kooperationspartner „Natur im Garten“ mit dem Gartentelefon unter +43 2742 743 33 (Mo., Di., Do., Fr. von 8 bis 15 Uhr und Mi. von 9 bis 17 Uhr) oder gartentelefon@naturimgarten.at zur Verfügung.