Logo So Schmeckt Niederösterreich

Faschingskrapfen selber backen

Entdecken Sie, warum der Krapfen gerade jetzt Hochsaison hat – und was ihn zum Lieblingsgebäck in Niederösterreich macht.

Krapfen mit Staubzucker auf einem Backgitter
Selbstgemachte Krapfen, welch ein Traum!

Der Krapfen zählt zu den ältesten Festtagsgebäcken Europas – und seine Wurzeln reichen weit zurück.

Bereits in der Antike bereiteten die Römer kleine, in Fett gebackene Teigkugeln namens Globuli zu, die sie mit Honig und Mohn veredelten. Auch im alten Ägypten finden sich Darstellungen von krapfenähnlichem Gebäck aus der Zeit Ramses III., das in siedendem Fett ausgebacken wurde.

Der Begriff „Krapfen“ selbst taucht im deutschsprachigen Raum schon im 9. Jahrhundert auf (krapho), und im Mittelalter wurden Krapfen in öffentlichen Schmalzkochereien vor allem in Städten wie Wien hergestellt.

Historische Kochordnungen belegen, dass es bereits im 15. Jahrhundert spezielle Vorschriften für „Krapfenbäckerinnen“ gab, die die Qualität der Ware sicherstellen sollten.

Die Legende des ersten Krapfen

Eine besonders charmante Legende besagt, dass die Wiener Köchin Cäcilia Krapf den modernen Krapfen im 17. Jahrhundert erfand – angeblich fiel ein Stück Germteig versehentlich in siedendes Fett und wurde so zum „ersten Krapfen“.

Ob Mythos oder Wahrheit: Fest steht, dass der Krapfen spätestens im 19. Jahrhundert durch die Verfügbarkeit von Zucker und Marmelade zur beliebten, gefüllten Süßspeise wurde und seinen festen Platz im Fasching erhielt.

Krapfen als Teil der Festkultur

In Österreich – und besonders in Niederösterreich – ist der Krapfen tief in der Alltags- und Festkultur verwurzelt. Er wurde traditionell zu Taufen, Hochzeiten, Dreikönig, Kirtagen, zur Erntezeit und natürlich im Fasching zubereitet.

Regionale und moderne Varianten

Heute zeigt sich der Krapfen in Niederösterreich so vielfältig wie nie zuvor. Ob klassisch mit Marillenmarmelade, kreativ gefüllt, mit Zucker bestreut, schokoliert oder fein glasiert – jede Variante hat ihren eigenen Charme.

Besonders beliebt ist in vielen Regionen der Bauernkrapfen: größer, flacher, herrlich knusprig und traditionell mit Marmelade obenauf serviert. Ein echter Genussbotschafter niederösterreichischer Backtradition.

krapfen-c-ama-marketing
Die Krapfenauswahl ist so vielfältig wie noch nie: von Bauernkrapfen über Krapfen mit Mohn bis hin zur Vanillefüllung ist alles dabei.

Rezepte mit alten Krapfen

Altbackene Krapfen müssen keineswegs in der Küche vergessen werden – im Gegenteil: Mit ein paar einfachen Handgriffen werden sie zu neuen, köstlichen Lieblingsgerichten.

  • Krapfen frisch machen: Übrig gebliebene Krapfen lassen sich im Backofen wunderbar auffrischen. Eine kleine Schale Wasser sorgt für ausreichend Feuchtigkeit, damit das Gebäck wieder weich und aromatisch wird, ohne auszutrocknen.
  • Süße Pfannen-Variation: Bauernkrapfen oder ungefüllte Krapfen gewinnen neuen Charme, wenn man sie halbiert, in einer beschichteten Pfanne langsam anröstet und mit warmer Vanillesauce serviert. Ein rasches Dessert mit großem Wohlfühlfaktor.
  • Krapfen als Schichtdessert: In kleine Würfel geschnitten und abwechselnd mit Joghurtcreme, Fruchtmus oder Marmelade im Glas geschichtet, entsteht ein herrlich leichtes Schichtdessert – optisch ein Highlight, geschmacklich ein kleines Meisterwerk.
  • Klassiker neu interpretiert: Auch ein Scheiterhaufen gelingt mit altbackenen Krapfen besonders gut. Der Hefeteig verleiht dem traditionellen Gericht eine angenehm fluffige Textur und einen feinen, süßen Geschmack.

Krapfen selber machen: Tipps für perfekte Ergebnisse

Wer Krapfen selbst zubereitet, wird mit aromatischem Duft, flaumigem Teig und einem unvergleichlich frischen Geschmack belohnt. Mit diesen bewährten Tipps gelingt das traditionelle Gebäck garantiert:

1. Der richtige Teig

  • Mehr Dotter für mehr Flaum:
    Verwenden Sie mehrere Dotter – sie machen den Teig besonders zart, mürbe und geben ihm eine schöne, goldgelbe Farbe.
  • Frische Hefe testen:
    Stellen Sie ein kleines Dampfl als Gärprobe her: Hefe mit Mehl und Zucker in lauwarmer Milch verrühren und kurz ruhen lassen. Bilden sich Bläschen, ist die Hefe aktiv.
  • Teig ausreichend schlagen:
    Der Teig ist perfekt, wenn er sich vom Schüsselrand und vom Knethaken löst. Er soll hell, geschmeidig und keinesfalls zu fest sein.
  • Teigreife erkennen:
    Gut gegangener Teig hat eine feine, matte Oberfläche und sein Volumen hat sich in etwa verdoppelt.

2. Formen & Rasten

  • Teighäufchen rasten lassen:
    Nach dem Portionieren die Teigstücke zugedeckt nochmals rasten lassen. Dadurch entsteht der typische, helle „Krapfenrand“ beim Backen.
  • Gleichmäßige Größe:
    Achten Sie auf identische Portionsgrößen – so backen die Krapfen gleichmäßig durch.
krapfen
Mit diesen Tipps gelingen sie bestimmt!

3. Richtiges Fett & optimale Temperatur

  • Hochwertiges Fett verwenden:
    Zum Herausbacken eignet sich frisches, möglichst geschmacksneutrales Pflanzenfett wie Sonnenblumen- oder Rapsöl.
  • Temperatur kontrollieren:
    Ideal sind 160–170 °C. Ist das Fett zu heiß, werden die Krapfen außen dunkel und innen roh; ist es zu kalt, saugen sie zu viel Fett auf.
  • Nicht zu viele Krapfen gleichzeitig:
    Dadurch bleibt die Temperatur im Fett stabil und alle Stücke werden gleichmäßig gebacken.

4. Füllen & Verfeinern

  • Marmelade kreativ wählen:
    Marillenmarmelade ist Tradition – aber auch fruchtige Alternativen wie Dirndl‑, Kriecherl‑ oder Hagebuttenmarmelade sorgen für regionale Abwechslung.
  • Richtige Fülltechnik:
    Füllen Sie die Krapfen am besten noch leicht warm mit einer Spritztülle – so verteilt sich die Marmelade optimal im Inneren.

5. Feinschliff für perfekte Krapfen

  • Staubzucker erst kurz vor dem Servieren:
    So bleibt er schön trocken und schmilzt nicht weg.
  • Lagerung:
    Krapfen schmecken frisch am besten, können aber für wenige Stunden in einem luftigen Papierbeutel aufbewahrt werden. Plastiksäcke vermeiden – dort werden sie rasch weich und speckig.
  • Krapfen am Vortrag vorbereiten:
    Der Teig kann abgedeckt im Kühlschrank langsam gehen – das verbessert sogar das Aroma.