Zauber­pflanze Holunder

Wenn du am Hollerbusch vorbeigehst, zieh‘ deinen Hut! Blüten und Beeren sind gesund und vielseitig verwendbar – Genuss mit positiven Nebenwirkungen.

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„Wenn du am Hollerbusch vorbeigehst, zieh‘ deinen Hut!“ heißt es im Volksmund. Im Schwarzen Holunder, auch Holler, Holder oder Hulla genannt, leben Hausgeister, die angeblich die Familie beschützen.

Schwarzer Holler wächst in den meisten Lagen von selbst. Mitte bis Ende Mai beginnt er zu blühen, seine weißen Blütendolden duften süßlich. Im Spätsommer reifen die schwarzen Beeren heran.

Holler ernten und verarbeiten

Da sowohl die Blüten als auch die Beeren rasch verderben, sind sie auf Märkten nur selten erhältlich. Am Wegrand im Grünen trifft man häufig auf Holunder und kann diesen selbst pflücken (-nicht neben stark befahrenen Straßen). 

Egal ob Hollerblüten oder -beeren, sie sollte unmittelbar nach der Ernte verarbeitet werden. Ein waches Auge ist bei den Blattläusen gefragt, sie können sich in der Holunderblüte verstecken. Sie können die Blütendolden trotzdem ernten, schneiden Sie die betroffenen Stellen gut aus.

Holunder schmeckt

Die Holunderblüte ist im Gegensatz zur restlichen Pflanze roh genießbar. Die unreifen und rohen Beeren sowie die Blätter des Holunders sind giftig, durch kurzes Erhitzen (+70°C) werden sie erst genießbar.

  • Holunderblüten

Die schneeweißen Holunderblüten findet man aufgrund des warmen Frühjahrs heuer bereits ab Mitte Mai. Nutzen Sie die Schönheit der Blüte und setzten Sie sie als Topping ein, so verleihen Sie Ihrem Frühjahrssalate den letzten Schliff.

Ob als Hollerblüte im Milchteig oder als süßes Holunderblüten-Erdbeer-Küchlein - die Hollerdolde schmeckt. Besonders begehrt ist sie als Sirup. Hier verraten wir Ihnen, wie man Sirup aus Holunderblüten einfach selbst herstellen kann.

Trocknet man die Blüte, so kann man aus ihr auch herrlichen Tee machen.

  • Holunderbeeren

Nach dem Waschen lassen sich die kleinen Beeren leicht mit einer Gabel von den Fruchtständen lösen. Beim Ablösen von Hand können sie leicht platzen und die Finger verfärben. Kleiner Tipp: Zitronensaft hilft beim Entfärben.

Holunderbeeren eignen sich gut zur Herstellung von Sirup, Röster, Marmelade, Saft und Likör. Sie schäumen beim Kochen stark auf, verwenden Sie einen hohen Kochtopf bei der Verarbeitung.

Machen Sie den Saisongenuss durch Einkochen haltbar. Unsere Rezepttipps: Holler-Apfel-Marmelade oder Hollerkoch mit Mohnknödeln 

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Holunder hilft

In der Volksmedizin werden Blätter, Blüten und Früchte hoch geachtet, da sie eine Vielzahl an Heilmitteln und auch Mitteln zur Vorbeugung bieten. Der Tee aus getrockneten Blüten soll Erkältungen und Grippe vorbeugen. Aufgrund der harntreibenden Wirkung soll er auch bei Blasen- oder Nierenproblemen helfen. Den Beeren wird Heilkraft bei Erkältung, Husten, Halsschmerzen, Grippe, Asthma und Rheumatismus nachgesagt.

Blätter, Rinde, Wurzeln und auch die Beeren des Holunders enthalten ein Gift (Glycosid Sambunigrin), welches beim Erhitzen zerfällt. Deshalb müssen alle Bestandteile außer die Blüte des Holunders vor dem Verzehr abgekocht werden.