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Küchenwissen

Mohn - Graues Gold aus dem Norden

Im Waldviertel hat der Mohnanbau lange Tradition und wird nun im Herbst gefeiert! Ein Fest für GenießerInnen.

Mohn und Mohnblumen
© seaWave - fotolia

Mohn ist eine der ältesten Kulturpflanzen Europas. Im Mittelalter brachten ihn Mönche aus dem Mittelmeerraum ins Waldviertel. Er wurde als Heilpflanze gegen Nervosität, Schlaflosigkeit und Husten und für die Produktion von Mohnöl angebaut. In Kirchen wurde „das ewige Licht“ damit genährt.

Der Anbau erfolgte einst im großen Stil, Zwettler Mohn war bis 1934 sogar an der Londoner Börse notiert. Importe aus dem Osten brachten den Waldviertler Mohnanbau beinahe zum Erliegen, bis in den 1980er Jahren einige Bäuerinnen und Bauern wieder mit dem Anbau begannen.

Blau, Weiß, Grau im Waldviertel

Durch die hohen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht und die kargen Böden hat der Waldviertler Graumohn spezielle Eigenschaften. Während Blaumohn ein herbes und intensives Aroma hat, das sehr gut zu pikanten Mohnspeisen passt, sind die Samen des Graumohns sehr zart und mild und eignen sich gut für Süßspeisen. Graumohnsamen haben einen etwas höheren Ölgehalt und weisen einen sehr hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren auf. Weißmohn ist eine seltene Sorte, deren nussiger Geschmack ebenfalls gut zu Desserts passt.

Das steckt im Mohn

Mohn enthält etwa 42 Prozent Fett. Er beinhaltet zwar nicht viele Vitamine, besitzt aber andere wertvolle Inhaltsstoffe wie die Aminosäuren Leucin und Lysin und Mineralstoffe wie Eisen und Kalzium. Die Kombination von Getreide und Erdäpfeln mit Mohn in Gerichten ist ernährungsphysiologisch besonders wertvoll, weil sich die biologische Wertigkeit des vorhandenen Eiweißes erhöht.

Mohntorte mit Zitronenglasur
© A_Lein - Fotolia.com

Kochen mit Mohn

Die häufigste Anwendung findet Mohn gequetscht bzw. gemahlen in Mehlspeisen wie Mohnnudeln, Germknödel oder Strudeln. Durch den hohen Fettgehalt wird gemahlener Mohn schnell ranzig. Kaufen Sie Mohn daher ungemahlen und quetschen Sie ihn kurz vor dem Gebrauch. Unter Luftabschluss hält er so einige Tage im Kühlschrank, tiefgekühlt etwa einen Monat.

Kaltgepresstes Mohnöl hat einen intensiven, nussigen Geschmack und eignet sich zum Verfeinern von Salaten, Rohkostgerichten und Suppen. Es ist reich an Linolsäure (60-70 %), eine essentielle Fettsäure, die der Körper nicht selbst produzieren kann und daher über die Nahrung aufnehmen muss.

Rezepttipps mit Mohn

Mohn-Grießschmarren
Mohnzelten
Mohnrouladen-Bites
Mohntorte
Mohnknödel mit Hollerkoch
Salzige Mohnnudeln mit Weinkraut
Mohnkipferln 
Mohneis

Weiterführende Links

Partnerbetriebe mit Mohn:
Waldviertler Mohnhof Greßl, Mohnwirt Neuwiesinger, Mohndorf Armschlag 
Veranstaltungsempfehlung:
Mohn.Genuss.Herbst von 14.-16.09.2018

Letzte Aktualisierung: 23.11.2018