
Lebensmittel im Abfall - Restlküche

In der EU werden pro Jahr ca. 90 Millionen Tonnen Lebensmittel einfach weggeworfen. 35 Millionen Tonnen gehen gleich bei den Herstellern in den Müll, 12,3 Millionen Tonnen in der Gastronomie und 4,4 Millionen Tonnen in den Supermärkten. Die größten Wegwerfer aber sind mit fast 38 Millionen Tonnen die Konsumenten, die für diese Produkte bares Geld auf den Tisch gelegt haben und gerne über zu hohe Lebensmittelpreise klagen.
Kein Wunder, wenn Experten wie Felicitas Schneider, die für die Universität der Bodenkultur das Verhalten der österreichischen Konsumenten untersuchte, im „Standard“-Interview sagt: „Der Anteil der Lebensmittel an den jährlichen Haushaltsausgabenliegt derzeit bei 13 Prozent. Man regt sich zwar auf, aber ob jetzt 13 oder 13,5 Prozent der jährlichen Haushaltsausgaben auf Lebensmittel entfallen, ist entgeltlich unerheblich“. In Österreich wird ein Viertel der gekauften Lebensmittel weggeworfen – das sind 784.000 Tonnen insgesamt oder 2.150 Tonnen pro Tag. Laut der Boku-Untersuchung wirft hierzulande jeder Haushalt 40 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr in den Restmüll. Keine kleine Menge und auch nicht wenig Geld. Auf 280 Euro wird der Wert des Lebensmittelmülls pro Haushalt geschätzt.
In Niederösterreich fällt jedes Jahr ein 28.000 Tonnen schwerer Müllberg an.
Als größte Verschwender in der EU gelten die Briten. Sie werden knapp 20 Prozent der eingekauften Waren wieder weg. In Deutschland schätzt man, dass rund zwei Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich in der Mülltonne landen.
Das Lebensministerium hat eine Initiative zur Vermeidung von Lebensmitteln im Abfall gestartet. Konkret sollen durch unterschiedliche Akteure Bewusstseinsbildung, Information und Konfrontation zum Thema „Lebensmittel sind kostbar!“ initiiert werden. Aufgerufen eigene Maßnahmen gegen die Verschwendung zu setzen, sind nicht nur alle Konsumenten, sondern auch Vertreter aus Industrie, Gewerbe, Gastronomie, Handel, Landwirtschaft, Bildungseinrichtungen, Abfallwirtschaft und Sozialmärkten. Durch ein Bündel geeigneter Maßnahmen soll der Müll nachhaltig von Lebensmittelabfällen entlastet werden.
Zurück zur Übersicht
Die Wiener Tafel

Die Wiener Tafel lebt die Prinzipien der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung ebenso wie jene der Wirtschaftlichkeit und sozialen Verantwortung.
Die Wiener Tafel stellt eine Brücke zwischen der Überfluss- und Bedarfsgesellschaft dar. Dadurch schafft sie eine Win-Win-Win-Situation für Wirtschaft, Umwelt und Soziales. Die spendenden Unternehmen sparen Entsorgungskosten, entlasten ihre Lagerbestände und zeigen soziale Verantwortung. Die Umwelt wird geschont, Ressourcen bewahrt und Müllberge vermieden. Soziale Einrichtungen können ihr Lebensmittel-Angebot für bedürftige Menschen abwechslungsreicher und gesünder gestalten. Vermehrte Hygienemöglichkeiten werden geschaffen.
Brücke zwischen Überfluss und Mangel: Zwei Phänomene fallen auf: Überfluss und Vernichtung von Lebensmitteln auf der einen Seite - leere Mägen auf der anderen. Die Wiener Tafel bietet für diesen Widerspruch eine einfache Lösung:
Umverteilung zum Vorteil aller: Die Wiener Tafel setzt sich für einen sinnvollen Umgang mit Ressourcen ein. Durch das Engagement ersparen sie der Wirtschaft Kosten, schonen die Umwelt, unterstützen karitative Einrichtungen und bekämpfen effektiv Armut. Als unabhängige Non-Profit-Organisation (NPO) sorgt die Wiener Tafel für sozialen Ausgleich. Überschussware wird an sozial Benachteiligte übermittelt - effizient, transparent und flexibel.
Nähere Informationen: www.wienertafel.at
Zurück zur Übersicht
Restlküche

Vom Grillfest am Wochenende sind noch jede Menge Häppchen übrig und die letzten Schokoosterhasen warten auch noch auf Verwertung?
Wieder mal für 10 Personen eingekauft, obwohl nur 6 FreundInnen eingeladen waren?
Lebensmittel sind viel zu schade zum Wegwerfen und mit etwas Phantasie entstehen daraus im Handumdrehen neue Sattmacher.
Mit etwas Geschick lassen sich verschiedene Reste aus dem Kühlschrank zu schnellen, schmackhaften Gerichten verarbeiten – und fertig ist das nächste Abendessen! Schinken- oder Wurstfleckerl sind klassische Restlgerichte. Aber auch in Aufläufen, auf selbstgemachter Pizza, im Wurstsalat, Gröstl oder auf überbackenen Broten finden Wurst und Käse eine kulinarische Renaissance. Aus trockenen Semmeln und altem Brot kann man Semmelknödel, Brösel etc. bereiten. Mit Ei und Milch versprudelt, kann man Brot- und Obstreste auch leicht zu süßen Mehlspeisen verarbeiten.
Die „Kühlschranksuche“ auf www.rezepte.umweltberatung.at hilft dabei: Einfach 3 Zutaten, die gerade im Kühlschrank aufgetaucht sind, in die Suchmaske eingeben und schon erscheinen passende Rezepte für den kleinen und großen Hunger!
Rezepte zur Resteverwertung

Einige Rezepte zur Resteverwertung von Wurst, Käse, Brot oder Milch (zur Verfügung gestellt von „die umweltberatung“):
Bunter Auflauf (4 Personen)
Zutaten: 250 g bunte Bandnudeln, 70 g Gouda, 70 g gekochter Schinken, 250 g Karotten, 250 g gelbe Rüben, 1 Stange Porree, 1 kleiner Zwiebel, 5 Eier, 250 ml Milch, Salz, Pfeffer, Muskatnuss.
Zubereitung: Nudeln in Salzwasser bissfest kochen, abseihen und abschrecken. Inzwischen Käse, Zwiebel und Karotten klein würfeln. Den Porree in dünne Scheiben und den Schinken in lange, dünne Streifen schneiden. Das geschnittene Gemüse und die Nudeln in einer eingefetteten Auflaufform vermischen. Der Auflauf kann mit Kräutern wie Schnittlauch oder Petersilie verfeinert werden. Eier und Milch versprudeln und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen, Gemisch über die Nudeln gießen. Den Auflauf im vorgeheizten Backrohr bei 180°C etwa 35 Minuten überbacken.
Erdäpfel-Käseauflauf (4 Personen)
Zutaten: ½ kg Erdäpfel, 1/2 TL Salz, 1/8 l Milch, 1 EL Butter für die Auflaufform, 20 dag geriebener Käse, 4 Dotter, 4 Eiklar, Muskatnuss, weißer Pfeffer, Semmelbrösel für die Form
Zubereitung: Erdäpfelpüree bereiten, Käse und Dotter einrühren, zuletzt den steifgeschlagenen Schnee unterheben. Bei 200 ºC 30 - 35 Minuten backen.
Überbackenes Lauchbrot (4 Personen)
Zutaten: 4 Scheiben Schwarz- oder Vollkornbrot, 1 große Zwiebel, 1 mittelgroße Stange Porree (Lauch), 5 dag Speck gewürfelt, 2 Knoblauchzehen, 2 Eidotter, 10 dag geriebenen Hartkäse, Salz, Pfeffer
Zubereitung: Zwiebel kleinwürfelig, Lauch in Ringe schneiden. Zwiebel mit Speck, Lauch und Knoblauch fein durchrösten, anschließend mit Salz und Pfeffer kräftig würzen, zuletzt Dotter und geriebenen Käse einrühren. Die Masse auf die Brote streichen und im Backrohr bei 220 °C überbacken.
Zurück zur Übersicht
