
Genuss-Botschafter im Juli - Barbara van Melle
Steckbrief
Name: Barbara van Melle
Familie: Mutter von vier Kindern
Wohnort: Wien, 22. Bezirk
Beruf: Moderatorin, Journalistin, Unternehmerin
Berufung: Köchin, Slow Food Vertreterin
Hobbys: genussvolles Essen, Kochen, Sport
Lieblingsessen: Risotto mit Artischocken
Genuss-Tipp von Barbara van Melle: beim Marmeladeeinkochen nicht alles auf einmal, sondern einen Teil der frischen Früchte einfrieren und je nach Bedarf immer wieder frisch einkochen. So bleiben Geschmack und Farbe natürlich erhalten.
Persönliches "Gemüse"-Rezept von Barbara van Melle
Jetzt glauben Sie vermutlich, dass ich vollkommen verrückt geworden bin, weil ich Ihnen selbstgemachte Gnocchi unter die schnelle Küche für den Alltag juble. Aber ich meine es ernst – ich mache das wirklich. Ich verspreche Ihnen, Sie werden nicht länger als 1 Stunde in der Küche stehen – beim zweiten Mal sogar kürzen – und Sie haben ein Gericht auf dem Tisch, das Sie und Ihre Lieben glücklich macht. Und im übrigen ist ihre Herstellung ziemlich einfach. Hier ist das Rezept: Gnocchi mit Paradeisern und Basilikum
Genussvolles Interview mit Barbara van Melle
Was bedeutet für Sie Genuss?
Reduktion auf das Wesentliche und die Wiederentdeckung des wahren Geschmacks. Genuss ist für mich beispielsweise ein frisches Bauernbrot mit Paradeiser aus dem Garten und das gemeinsam genießen. Außerdem gehört dazu sich Zeit zu nehmen. Zeit für den wahren Geschmack zu haben.
Wie sind Ihre Essgewohnheiten?
Ich esse sehr bewusst und mit großer Achtsamkeit wähle ich Lebensmittel die regional, saisonal und biologisch sind aus. Trotz meiner Berufstätigkeit und als Mutter von vier Kindern ist Fast Food keine Alternative für mich. Ich bin eine Slow Food-Befürworterin, weil mir Fast Food im Sinne industriell produzierter Fertigwaren nicht schmeckt und ich finde, dass es sehr viele Gerichte gibt, die man schnell und einfach mit frischen Zutaten selbst kochen kann. Dazu ist es wichtig, sich Zeit zum gemeinsamen Essen zu nehmen, gemeinsam am Tisch zu sitzen und zu reden. Das gemeinsame Essen ist eines der wichtigsten Errungenschaften der Menschen – ein wunderbares Ritual.
Kochen Sie selbst oder lassen Sie sich bekochen?
Ich bin eine leidenschaftliche Köchin. Ich koche täglich, immerhin habe ich vier Kinder, die gutes Essen gewöhnt sind. Aber ich gehe auch gerne Essen oder lasse mich von Freunden bekochen. Jetzt koche ich auch beruflich – in meinem neuen Restaurant Chef’s Table.
Mit welchen Produkten bzw. Zutaten kochen Sie am liebsten?
Am liebsten mit hochwertigen Lebensmitteln, die den Slow Food-Kriterien entsprechen. Lebensmittel die gut, sauber und fair sind – das heißt, die gut schmecken, ökologisch und nachhaltig produziert werden und den ProduzentInnen einen fairen Preis erbringen. Und gerade Niederösterreich bietet eine unglaubliche Vielfalt an solch tollen Produkten.
Worauf legen Sie Wert beim Einkaufen?
Grundsätzlich versuche ich immer Bio-Produkte zu kaufen, dabei bevorzuge ich Bio-Produkte die saisonal und aus der Region kommen. Das heißt, wenn es Bio-Paradeiser aus Italien gibt und konventionelle Paradeiser aus Niederösterreich, dann greife ich zu den niederösterreichischen. Ich finde es unsinnig, Lebensmittel von weit weg zu kaufen, wenn wir so tolle heimische Produkte haben. Ich vertrete die Meinung, dass einkaufen ein politischer Akt ist. Wir Menschen haben Marktmacht und bestimmen mit unserer Kaufentscheidung sehr genau, wie es mit unserer Landwirtschaft, unserer Landschaft und somit auch mit unserer kulturellen Identität weitergeht.
Welche Lebensmittel haben Sie immer zu Hause?
Grundsätzlich ist mein Kühlschrank immer recht voll, was meine Kinder und deren Freunde sehr gerne bestätigen und auch glücklich macht. Grundnahrungsmittel wie Milch, Butter, Käse, Brot, Eier, Obst und Gemüse sind ständig zu Hause. Selektiv kaufe ich beispielsweise frisches Fleisch, Wurst und Fisch.
Wenn Sie ein Lebensmittel wären, welches wären Sie?
Interessante Frage – diese wurde mir noch nie gestellt. Hmmm….. ein Milchprodukt. Milch ist ein Basisprodukt und verkörpert enorm viel; wie beispielsweise die täglich geleistete Arbeit der Bauern und Bäuerinnen, Landschaftspflege und die Almbewirtschaftung. Milch ist ein sehr hochwertiges Lebensmittel und kann auf vielfältigste Art und Weise weiterverarbeitet werden – von der Rohmilch, über Joghurt und Butter bis hin zu den tollen Käsesorten.
Diesen Monat stellen wir entsprechend der Saison das Thema „Gemüse“ in den Vordergrund. Welche Bedeutung hat unser Monatsthema für Sie?
Ich bin ein wahrer Gemüse-Fan. Meine Familie und ich essen sehr gerne und viel Gemüse. Sehr wichtig ist dabei die Frische und Saisonalität. Wir haben das Glück, einen eigenen kleinen Garten und gleich in der direkten Umgebung tolle Gärtnereien und Gemüsebauern zu haben, zu denen ich mit dem Rad frisches Gemüse, Kräuter und Salate einkaufen fahre.
Niederösterreich ist ja ein wahres Land für Genießer. Welchen Bezug haben Sie zu Niederösterreich und der niederösterreichischen Kulinarik?
Obwohl ich gebürtige Steirerin bin und in Wien lebe, bin ich mit Niederösterreich herzensverbunden. Niederösterreich ist das Vorreiterbundesland in Sachen regionale Lebensmittel, bäuerliche Spezialitäten und geschmackvolle Produkte. Vor allem die unglaubliche Produktvielfalt beeindruckt mich jedesmal wieder aufs Neue. Niederösterreich ist für mich die größte Keimzelle des Genusses. Auch jetzt gerade im Chef‘s Table, kochen wir mit sehr vielen Produkten aus Niederösterreich.
Was verbinden Sie persönlich mit „So schmeckt Niederösterreich“?
Für mich ist „So schmeckt Niederösterreich“ eine der vorbildhaftesten Initiativen rund um Lebensmittel.
Vor allem beeindruckt mich die Vielfältigkeit der Angebote, die intensive Bewusstseinsbildung, welche auf einer sehr breiten Ebene betrieben wird. „So schmeckt Niederösterreich“ – einfach zum reinbeißen.
Abschließend, haben Sie ein Rezept das zu unserem Monatsthema „Gemüse“ passt?
Da gäbe es einige; besonders gerne esse ich aber Gnocchi mit Paradeisern und Basilikum.


