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Waldviertler Kriecherl

GenussRegion Waldviertler Kriecherl

Das Waldviertler Kriecherl gehört zu den jüngsten GenussRegionen Niederösterreichs. So wie die Dirndl dem Pielachtal zu mehr Ansehen verholfen hat, soll sich das auch im Waldviertel wiederholen – die Kriecherl sollen der Region den erwünschten Aufschwung bringen.

Waldviertler Kriecherl
© BMLFUW; AMA Marketing

Die Kriecherlfrucht muss vor ungefähr 6000 Jahren im Südmährischen, Weinviertler Raum spontan entstanden sein. Von der damaligen Bevölkerung erkannt und geschont, später bewusst durch Aussaat, Veredelung oder durch Wurzelbrut vermehrt, gibt es dieses Uraltobst heute noch immer. Das Kriecherl ist damit die einzige Obstart, die in Österreich entstanden ist. Alle anderen Obstarten sind irgendwann eingewandert oder importiert worden.

Somit gehören die Kriecherl zu den ältesten Kulturpflanzen mitteleuropäischen Ursprungs. Kriecherl in größeren Beständen gibt es heutzutage nur mehr in Ostösterreich. Von den zwanzig oder dreißig in Ostösterreich vorkommenden Formen dominiert im Waldviertel eine grüngelbe, stark bereifte und kugelige Kriecherl-Sippe von ausgezeichnetem aromatischen Geschmack.

Bei genauerem Hinsehen kann man zwischen den einzelnen Herkünften deutliche Unterschiede in Größe, Form oder Fruchtzeitpunkt erkennen. Das Waldviertler Kriecherl ist daher keine einheitliche Sorte, sondern ein reicher Formenschwarm, der den Reichtum des Kulturpflanzenerbes repräsentiert.

Das Kriecherl ist eine Wildobstart die nicht veredelt werden muss. Einzigartig bei den Waldviertler Kriecherln ist die gelbe Farbe, die eigentlich aus der Farblosigkeit der Schale entstammt. Durch eine genetische Besonderheit fehlt die Farbe in der Schale der Früchte.

Kriecherlbäume waren ein fixer Bestandteil jeder Streuobstwiese. In eben dieser Haltungsform haben sie überlebt. Vor allem die Schnapsbrenner, deren Kriecherlschnaps schon immer eine bekannte Spezialität war, haben sehr viel zum Erhalt der Kriecherl beigetragen. Rund 15.000 Kriecherlbäume sind in der ausgewiesenen Region beheimatet. Kleinere Kriecherlplantagen mit bis zu 100 Bäumen existieren bereits. Weiters ist eine Nachpflanzungsaktion von Waldviertler Kriecherlbäumen geplant. Aber selbst solche Kriecherlplantagen haben den typischen Charakter einer Streuobstwiese, da sie immer die klassische Doppelnutzung auch als Weide oder Wiese aufweisen.

Die Produktvielfalt wird stetig mehr, da das Kriecherl in der Region immer mehr an Bedeutung gewinnt. Schon die älteren Generationen haben das Kriecherl in der Küche geschätzt. So gibt es überlieferte Rezepte von Suppen über Koch, Marmeladen, Röster, Most bis hin zu Kompott.
Heute findet man in einigen Gasthäusern und Heurigen in der Region vorwiegend Kriecherlsaft, Kriecherlschnaps und Kriecherllikör.

Informationen bei:

Obmann und Koordinator Verein GenussRegion Waldviertler Kriecherl
Christian Bisich
Rappotenstein 12, 3911 Rappottenstein
Tel. 0680/2147135
info(at)kriecherl.at

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