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Saison-Themen

Ernte sei Dank!

Das Erntedankfest bietet eine gute Gelegenheit, sich zu erinnern, woher unser Essen kommt und, dass ein reich gedeckter Tisch keine Selbstverständlichkeit ist. Das größte Erntedankfest Österreichs findet jedes Jahr Anfang September in Wien statt.

Erntekrone aus Getreide beim Erntedankfest Wien
© Bauernbund NÖ

Das Erntedankfest soll in Erinnerung rufen, dass unser "täglich Brot" nicht alltäglich ist, sondern jedes Jahr aufs Neue hart erarbeitet werden muss. Dieses Bewusstsein ist in Zeiten des Preisverfalls von Lebensmitteln wichtiger denn je.

Der Ursprung des Erntedankfests reicht bis in die vorchristliche Zeit zurück. Es gibt keinen einheitlichen weltweit verbreiteten Festtermin, weil der Erntezeitpunkt nach klimatischen Bedingungen unterschiedlich fällt.

Fest mit historischen Wurzeln

Die sommerliche Getreideernte, die "Getreidemahd", war einer der Höhepunkte im ländlichen Jahresablauf.

Die Mahd bedeutete für die gesamte Bauernfamilie viel Arbeit in der Hitze, lediglich durch einen Strohhut gegen die Sonne geschützt, von Getreidehalmen und Insekten zerstochen. Bis weit ins 20. Jahrhundert wurde noch mit der Hand gemäht, mit Sensen und Sicheln.

Die Mahd selbst war Männerarbeit, Frauen und Kinder kümmerten sich um das Aufstellen der zu Garben gebündelten langen Halme, die anschließend zu "Mandln" zusammengestellt wurden. Eine anstrengende, kräfteraubende Arbeit. Umso mehr freute man sich auf die ausgiebigen Jausen, die gleich mit auf das Feld gebracht wurden, da eine Mahd erst beendet war, wenn ein Feld zur Gänze abgemäht war.

Erntesegen

Das Wetter spielt nicht immer mit. Überschwemmungen, Hitze und Dürre, Stürme und Hagel oder schwere Gewitter während der Ernte sorgen für Missernten, Preissteigerungen und im Extremfall für Hungersnöte. Die Ernte und damit die Marktpreise für Grundnahrungsmittel und andere Rohstoffe ist von der Aussaat und in besonderem Maße vom Wetter abhängig. So unterschiedlich die Bedrohungen sind, eines bleibt überall gleich: Am Ende einer langen Ernteperiode bedanken sich die Menschen mit dem Erntedankfest für die Erde, ihre Früchte und für die Fülle an Nahrungsmitteln.

Symbol der Naturmacht

In früheren Zeiten war es üblich auf Bauernhöfen oder in den ländlichen Dorfgemeinschaften beim Erntefest große Erntekronen aus Ähren zu binden und aufzustellen. Die Vielzahl der gebundenen Ähren soll an die Abhängigkeit und das Gebundensein an die Natur erinnern. Die Krone als Symbol der Macht war gebunden auf den Kranz, der ohne Anfang und Ende für die Ewigkeit und Unendlichkeit der Zeit steht. Ohne eine gute, hart erarbeitete Ernte, war kein Überleben im Winter möglich. So wurde die Macht der Natur im Symbol der Erntekrone dargestellt.

Weiterführende Links

Infos zum Erntedankfest (10.-11.9.2016) im Augarten, 1020 Wien

Letzte Aktualisierung: 30.08.2016