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Erdäpfelpyramide

Die Geschichte der Erdäpfel

Unsere Erdäpfel haben eine lange Reise hinter sich. Seit Jahrhunderten begleitet sie uns durch die Geschichte. Nach dem Motto „Wissen wo’s herkommt“ machen wir uns auf eine Spurensuche.

Erdäpfelfeld mit Hand umgestochen
© Diana Taliun - fotolia.com

Der Erdapfel ist ein Mitbringsel der Seefahrer aus Südamerika. Das Ursprungsgebiet liegt auf einer Insel in Südchile, wo schon vor 13.000 Jahren Erdäpfel genutzt wurden. Erst unter den Inkas erlebte der Erdäpfelanbau seine erste Blüte. Spanischen Eroberer nutzten den Erdapfel 1537 als Proviant für ihre Reise nach Europa und so schaffte die Frucht den Weg über den Atlantik. Der Erdapfel gelangte zunächst auf die Kanarischen Inseln und auf das Festland in Spanien.

In Europa wurde der Erdapfel vorerst nur als Ziergewächs in Lustgärten der Adeligen und Reichen gesetzt. Von der Zierpflanze entwickelte sich der Erdapfel dann zur Nutzpflanze. In Österreich tauchte er ca. 1620 erstmals auf. Der Abt des Stiftes in Seitenstetten erhielt von einem belgischen Gärtner Erdäpfelknollen und baute sie im Klostergarten an. Der Bauernstand konnte jedoch lange nichts mit dem Erdapfel anfangen.

Kaiserin Maria Theresia verpflichtete die Bauern zum Erdäpfelanbau, insbesondere im Waldviertel. In der Folgezeit waren noch allerlei Tricks nötig, um die MitteleuropäerInnen von den Vorzügen der Knolle zu überzeugen. So führte ein Amerikaner, der legendäre Graf Rumford, den Erdapfel in Bayern ein. Rumford ließ die Soldaten der bayrischen Armee Nutzgärten in München anlegen, jeder Soldat bekam eine Parzelle zum Anbau. So wurden die Soldaten mit der Kulturpflanze vertraut und nahmen sie nach dem Kriegsdienst mit auf ihre Höfe.

Der Kartoffelkrieg

Der preußische König Friedrich II. führte diesen Krieg gegen Joseph II. von Österreich. Kriegsschauplatz war Böhmen. Dieser Krieg ging als „Kartoffelkrieg“ in die Geschichte ein, weil die an Hunger leidenden Soldaten lieber die Erdäpfel von den Äckern stahlen als Krieg zu führen.

Der Erdapfel als Grundnahrungsmittel

Erst Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Erdapfel in Mitteleuropa zum Grundnahrungsmittel. Mit der nährstoffreichen, stärke- und eiweißreichen Knolle konnten sich die Menschen preisgünstig und gesund ernähren. Die neue Ackerkultur brachte zunächst auch hohe und sichere Ernten. Zu ihrem Anbau waren nicht mehr so viele Arbeitskräfte wie für die Getreideproduktion nötig. Die LandarbeiterInnen kamen in den neu aufkommenden Industrien unter.

Schlechte Ernten

Zu einer Katastrophe führte das Auftreten der Kraut- und Knollenfäule. Diese bis dahin unbekannte Pflanzenkrankheit, damals als Kartoffelpest bezeichnet, vernichtete Mitte des 19. Jahrhunderts fast die ganze Ernte. Besonders schlimme Folgen hatte die Krankheit in Irland, wo fast eine Million Menschen an Hunger starben. Der Nahrungsmangel war auch der Grund dafür, dass viele Millionen Iren nach Amerika auswanderten. Hungersnöte durch schlechte Erdäpfelernten gab es auch während des 1. Weltkriegs.

Letzte Aktualisierung: 21.12.2015