hintergrundbild

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden (weitere Informationen).

soschmeckt - Logo

Saison-Themen

Die Farben des Herbstes

Der phänologische Kalender führt uns durch 10 Jahreszeiten. Die Farben des Herbsts bieten mit korall-farbenen Berberitzen, schwarzem Holler und knallroten Dirndln nicht nur einen Augenschmaus, sondern auch Gaumenfreuden.

Berberitze
© galina_savina - Fotolia.com

Der Phänologische Kalender teilt das Jahr  in zehn Jahreszeiten. Diese sind abhängig von der Entwicklung bestimmter Zeigerpflanzen, die sich von Jahr zu Jahr unterscheiden. Der Frühherbst setzt mit seinen Zeigerpflanzen schwarzer Holler und Dirndl (Kornelkirsche) ein.

Leuchtend Gelb-Orange

Die 6-8 mm langen, eiförmigen leuchtend-orangen Beeren des Sanddorns reifen im September heran. Sie sollten vor dem ersten Frost geerntet werden. Um die Beeren vom Stiel zu bekommen, empfiehlt es sich einzelne Zweige einzufrieren, da sich danach die Beeren leichter lösen. Sanddorn hat einen sehr hohen Vitamin-C-Gehalt: 100 g Sanddorn enthalten 450 mg Vitamin C, 100 g Zitronen beinhalten vergleichsweise nur 53 mg. Sanddorn kann frisch genossen und gut zu Saft, Marmelade oder Sirup verarbeitet werden.

Dirndln am Strauch
© carmenrieb - fotolia

Schöne rote, wilde Beeren

Das Dirndl (Kornelkirsche) besticht mit säuerlich herben Geschmack und leuchtend roter Farbe. Die kleinen, saftreichen Früchte sind roh genießbar und lassen sich zu Marmeladen, Desserts oder eingelegt in Salzlake verarbeiten. Je dunkler die Früchte sind, desto reifer, süßer und aromatischer schmecken sie. Die beste Zeit zum Sammeln sind die Monate September und Oktober.

Die Beeren der Berberitze (Sauerdorn) zählen zu den interessantesten Früchten, die die freie Natur zu bieten hat. Essbare Beeren liefert nur die heimische Berberitze (Berberis vulgaris), die an Waldrändern, in Hecken und Flussauen vorkommt. Die restliche Pflanze ist giftig. Die Früchte sind ca. 15 mm lang, rot und fleischig mit fein säuerlichem Geschmack. Früher wurden sie auch als Zitronenersatz verwendet. Nach dem ersten Frost schmecken die Beeren süßer. Sie sind sehr gesund, da sie fiebersenkend, harntreibend, abführend, blutdruckregulierend, appetitanregend und stimulierend auf die innere Muskulatur wirken.

Hagebutten stärken aufgrund ihres hohen Vitamingehalts die Abwehrkräfte, beinhalten verdauungsfördernde Gerbstoffe und zahlreiche Mineralstoffe. Vor allem als Tee wird die Hagebutte seit langem als Vorbeugemittel gegen Erkältungskrankheiten empfohlen. Dafür müssen Sie die getrockneten Früchte mit einem scharfen Messer anschneiden. Für die Herstellung von Marmelade müssen Hagebutten entkernt werden - ein mühsamer Prozess und auch nicht sinnvoll, weil viele Wirkstoffe in den Kernen enthalten sind.

Schwarze Holunderbeeren und Fruchtaufstrich
© Heike Rau - Fotolia.com

Blau-Schwarze Wunder

„Wenn du am Hollerbusch vorbeigehst, zieh‘ deinen Hut!“ hieß es lang im Volksmund. Im Schwarzen Holler leben Hausgeister, die die Familie beschützen. In der Volksmedizin werden seine Blätter, Blüten und Früchte hoch geachtet, da sie eine Vielzahl an Heilmitteln und auch Mitteln zur Vorbeugung bieten. Schwarze Holunderbeeren haben einen hohen Kalium- und Eisengehalt und sind sehr vitaminreich. Roh ungenießbar erfreuen sie sich als Röster oder Sirup großer Beliebtheit. Je nach Standort und Sorte zieht sich die Erntezeit von Mitte August bis Ende Oktober.

Waldbrombeeren wachsen an einem dornigen Strauch, die Früchte sind süß und aromatisch. Brombeeren enthalten Ballaststoffe, ätherische Öle, Pektin, Gerbstoffe sowie die Mineralstoffe Kalzium, Eisen und Magnesium, Vitamin C, E und A. Frisch zu Eis oder Joghurtcremen und als Marmelade sind Brombeeren eine wahre Delikatesse.

Schlehen sammelt man am besten nach dem ersten Frost, damit sie weniger bitter schmecken. Mit ihrem herb-süßen Geschmack eignen sie sich gut zur Herstellung von Marmelade, Gelee, Mus oder Likör. Bei der Zubereitung ist darauf zu achten, dass die blausäurehaltigen Kerne nicht beschädigt werden. Schlehen wirken entzündungshemmend, immunstärkend und verdauungsfördernd. Außerdem senken sie den Cholesterinspiegel.

Die 10 Jahreszeiten des Phänologischen Kalenders

Der Phänologische Kalender wird laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) nach folgenden Zeigerpflanzen eingeteilt: Die ersten blühenden Kräuter und Holzpflanzen nach dem Winter zeigen den Vorfrühling an. Im Erstfrühling setzen bei vielen Holzpflanzen Blüten und Belaubung ein, Forsythien und Kirschen blühen. Im Vollfrühling stehen die meisten Gehölze in voller Blüte, die Wälder im frischen Laub.

Der Frühsommer beginnt mit der Holunderblüte, im Hoch- und Spätsommer blühen die Linden und reifen die meisten Garten- und Feldfrüchte heran. Im Spätsommer trägt der Holunder seine schwarzen Beeren und das Getreide wird geerntet. Während im Frühherbst noch Kernfrüchte reifen und die Herbstzeitlose zu blühen beginnt, verfärben sich im Vollherbst die Laubbäume. Mit dem Spätherbst, wenn das letzte Wintergetreide bestellt wird und sich die Bäume entlauben, geht die Vegetationsperiode dem Ende entgegen.

Rezepttipps

Holler-Apfel-Marmelade
Schlehenmus
Dirndl in Salzlake

 

Weiterführender Link

Saisonkalender
 

Letzte Aktualisierung: 11.04.2017